FAQ

1. Informationen zur Genossenschaft (20)

Was ist eine Genossenschaft?

Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Personen, die gleiche oder ähnliche wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Interessen gemeinsam verfolgen und sich gemeinsam unternehmerisch betätigen. Der Charakter einer Genossenschaft ist geprägt durch die Grundsätze der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung.

Wann wurde die BürgerEnergie Schwaikheim eG gegründet?

Die „BürgerEnergie Schwaikheim eG“ wurde am 17. April 2012 gegründet.
Die Eintragung in das Genossenschaftsregister erfolgte nach positiver Prüfung durch den Genossenschaftsverband am 02. Oktober 2012. Die BürgerEnergie Schwaikheim eG ist Mitglied beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V. (http://www.bwgv-info.de).

Wer kann Mitglied der Bürgerenergie Schwaikheim eG werden?

Nach § 3 der Satzung können natürliche Personen, Personengesellschaften und juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts, die ihren Wohnsitz, Sitz oder Betriebsstätte im Rems-Murr-Kreis oder im Kreis Ludwigsburg haben, die Mitgliedschaft in der BürgerEnergie Schwaikheim eG erwerben. Im Einzelfall kann der Vorstand auch Personen ausserhalb des aufgeführten Gebietes als Mitglieder zulassen.
Die BürgerEnergie Schwaikheim eG behält sich vor, Institutionen, die den Zielen der Genossenschaft schaden können, nicht aufzunehmen oder gegebenenfalls deren Mitgliedschaft zu beenden.

Was kostet ein Anteil und wie viele Anteile kann man erwerben?

Ein Geschäftsanteil kostet 250 €. Die Anzahl der Geschäftsanteile je Mitglied ist derzeit auf 40 Anteile begrenzt. Der Vorstand wird jedoch immer nur so viele Geschäftsanteile zur Zeichnung zulassen, wie für die Finanzierung von Projekten benötigt wird. Interessenten, die bei den geplanten Projekten nicht zum Zuge kommen, werden auf Wartelisten geführt und automatisch angesprochen, wenn neue Projekte geplant werden.
Eine Aufstockung von Geschäftsanteilen ist jederzeit möglich. Jede Aufstockung muss vom Vorstand genehmigt werden. Der Vorstand wird jedoch immer nur so viele Geschäftsanteile zur Zeichnung zulassen, wie für die Finanzierung von Projekten benötigt wird. Interessenten, die bei den geplanten Projekten nicht zum Zuge kommen, werden auf Wartelisten geführt und automatisch angesprochen, wenn neue Projekte geplant werden.

Können man Anteile für minderjährige Kinder oder Enkel erwerben?

Erziehungsberechtigte können als Bevollmächtigte Genossenschaftsanteile für Kinder erwerben. Die Bevollmächtigten üben bis zum Erreichen der Volljährigkeit das Stimmecht stellvertretend für das Kind aus. Für Großeltern und andere Verwandte gibt es diese Möglichkeit nur, wenn sie das Sorgerecht für das Kind ausüben. Erworbene Anteile können aber überschrieben werden.

Wie sieht die Organisation der Genossenschaft aus?

Die Organe der Genossenschaft sind in der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG beschrieben. Die Organe bestehen aus Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung. Der Vorstand der BürgerEnergie Schwaikheim eG besteht aus drei Personen, welche die Geschäfte der Genossenschaft in eigener Verantwortung führen. Der Aufsichtsrat besteht aus sieben Mitgliedern. Der Aufsichtsrat bestellt / abbestellt den Vorstand, berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Die Mitglieder üben ihre Rechte in den Angelegenheiten der Genossenschaft in der Generalversammlung aus. Die Generalversammlung wählt den Aufsichtsrat. Zusätzlich zu den Organen der BürgerEnergie Schwaikheim sind Arbeitskreise in den Kernbereichen Technik, Akquise, Marketing und Finanzen geplant, in denen sich Mitglieder aktiv beteiligen können.

Wie sehen die Kontrollinstrumente des Aufsichtsrats gegenüber dem Vorstand aus und wo sind diese geregelt?

Die Kontrollinstrumente ergeben sich aus § 18 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG: Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat mindestens halbjährlich, auf Verlangen auch in kürzeren Abständen, folgendes vorzulegen:

a. eine Übersicht über die geschäftliche Entwicklung der Genossenschaft im abgelaufenen Zeitraum anhand von Zwischenabschlüssen
b. eine Aufstellung über die Gesamtverbindlichkeiten der Genossenschaft einschließlich der Wechselverpflichtungen und des Bürgerschaftsobligos
c. eine Übersicht über die von der Genossenschaft gewährten Kredite
d. einen Unternehmensplan, aus dem insbesondere der Investitions- und der Kapitalbedarf hervorgeht
e. einen Bericht über besondere Vorkommnisse; hierüber ist vorab, falls erforderlich, nverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrat zu verständigen.

Wie und wo ist die gegenseitige Kontrolle innerhalb des Vorstands geregelt?

Die gegenseitige Kontrolle des Vorstands ist in § 16 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG geregelt. Die Genossenschaft wird durch mindestens 2 Vorstandsmitglieder gesetzlich vertreten. Bei Entscheidungen im Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.

Gibt es regelmäßige Termine für Generalversammlungen der BürgerEnergie Schwaikheim eG?

Die Termine für eine Generalversammlung werden in § 27 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG geregelt. Die ordentliche Generalversammlung hat innerhalb der ersten sechs Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres stattzufinden. Außerordentliche Generalversammlungen können nach Bedarf einberufen werden.
Die Generalversammlung wird von dem Aufsichtsrat durch unmittelbare Benachrichtigung sämtlicher Mitglieder in Textform unter Einhaltung einer Frist von mindestens 2 Wochen einberufen.

Gibt es eine Vergütung für den Vorstand und den Aufsichtsrat der BürgerEnergie Schwaikheim eG?

Die Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat ist ehrenamtlich und wird nicht vergütet.

Wie viele Stimmen habe ich als Mitglied?

Jedes Mitglied hat eine Stimme unabhängig von der Anzahl der gezeichneten Anteile.

Kann eine Dividende garantiert werden?

Die BürgerEnergie Schwaikheim eG hat das Ziel, Überschüsse zu erwirtschaften. Die Einspeisevergütung bei Photovoltaik ist im Erneuerbaren Energien Gesetz für 20 Jahre festgelegt. Photovoltaikprojekte sind technisch und wirtschaftlich betrachtet Niedrig-Risiko-Projekte. Bei Einsatz dieser Technologie kann mit einem Überschuss gerechnet werden. Eine Dividende kann aber nicht garantiert werden.

Wie hoch ist die Dividende üblicherweise?

Bei Genossenschaften steht die wirtschaftliche Förderung der Mitglieder im Vordergrund, dies bedeutet Nutzerorientierung statt Kapitalorientierung. Die Mitglieder entscheiden bei der jährlich stattfindenden Generalversammlung über die Verwendung der Überschüsse (§ 44 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG).

Sind die Dividendenerträge steuerpflichtig?

Ja. Bei der gezahlten Dividende handelt es sich um Einnahmen aus Kapitalvermögen und unterliegt damit der Besteuerung. Einen gesonderten Freibetrag für Dividendenerträge von Genossenschaften gibt es nicht.

Werden die Überschüsse komplett ausgeschüttet oder werden sie reinvestiert?

Die Mitglieder entscheiden bei der jährlich stattfindenden Generalversammlung über die Verwendung der Überschüsse, sowie über die Deckung eines Jahresfehlbetrages. Die Satzung schreibt vor, dass eine gesetzliche Rücklage von mindestens 1% des Jahresüberschusses zur Deckung von Bilanzverlusten gebildet werden muss, bis die Rücklage 1% der Bilanzsumme erreicht.

Wie schnell bekomme ich mein investiertes Geld zurück?

Der Erwerb von Geschäftsanteilen einer Genossenschaft ist eine langfristige Anlageform. Nach § 5 Abs. 1 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG können Geschäftsanteile zum Schluss eines Geschäftsjahres unter Einhaltung einer Frist von 24 Monaten gekündigt werden.

Werden Gewinne aus den Anteilen dem Finanzamt gemeldet und müssen diese versteuert werden?

Nur die Gesamtheit aller Anteile wird dem Finanzamt von der BürgerEnergie Schwaikheim eG im Rahmen des Jahresabschlusses als Eigenkapital der Genossenschaft mitgeteilt. Die Verteilung der einzelnen Anteile auf die Genossenschaftsmitglieder nicht. Wenn Gewinne erzielt werden und die Generalversammlung entscheidet diese auszuzahlen, müssen diese dem Finanzamt gemeldet und versteuert werden. Evtl. empfiehlt es sich, steuerfachlichen Rat einzuholen, um dies situationsbezogen zu beurteilen.

Wird der einbezahlte Anteil bei Kündigung sicher zurück bezahlt? Mit Gewinn? Wie hoch ist dieser?

Die Zeichnung von Geschäftsanteilen einer Genossenschaft ist eine Unternehmensbeteiligung. Gewinne können nicht garantiert werden, ebenso wie eine Aktiengesellschaft nicht den Kurs einer Aktie zu einem Zeitpunkt garantieren kann. Im Jahr 2012 wird bedingt durch den Aufbau der Genossenschaft voraussichtlich zunächst ein negatives Betriebsergebnis erzielt. Wir planen, die Gewinnzone spätestens in 2014 zu erreichen und in den Folgejahren den Gewinn zu steigern. Wenn die Mitgliedschaft gekündigt wird, erfolgt die Auseinandersetzung nach §10 unserer Satzung. Darin ist festgelegt, dass der festgestellte Jahresabschluss des Jahres maßgeblich ist, in dem der Austritt aus der Genossenschaft erfolgt. Verlustvorträge sind nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile zu berücksichtigen. In diesem Fall können die Geschäftsanteile nicht in voller Höhe zurückgezahlt werden. Die Beteiligung an einer Genossenschaft ist so gesehen, wie es auch unserer Philosophie entspricht, langfristig gedacht. Auf Grund der strengen Gesetzgebung und der vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfung der Genossenschaft durch einen Prüfungsverband kann diese Anlageform als vergleichsweise sicher angesehen werden. Eine positive Geschäftsentwicklung im Wachstumsmarkt regenerative Energie und mittelfristig daraus resultierende Gewinne sehen wir als wahrscheinlich an.

Wie sicher ist mein Geld in der Genossenschaft?

Diese Fragen können wir bislang nur im Bereich Photovoltaik beantworten. Photovoltaikanlagen sind technisch ausgereift, zuverlässig und wartungsarm. Das Erneuerbare Energien Gesetz garantiert eine Einspeisevergütung über 20 Jahre, was eine zuverlässige und sichere Kalkulation ermöglicht.

Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Im schlimmsten Fall haftet jedes Mitglied der BürgerEnergie Schwaikheim eG mit seinen Anteilen. Eine Nachschusspflicht der Mitglieder besteht nicht.

2. Photovoltaik (7)

Welche Lebensdauer hat eine Photovoltaik-Anlage?

Bei Alterung haben Solarmodule einen Verlust an Wirkungsgrad. Hersteller von Solarmodulen geben eine Leistungsgarantie von 90 % auf 10 Jahre und von 80 % auf 25 Jahre. Die Lebensdauer von Solarmodulen ist erfahrungsgemäß länger. Die Hersteller der Wechselrichter garantieren eine Lebensdauer ihrer Produkte von bis zu 10 Jahren. Insgesamt rechnet man bei Photovoltaik-Anlagen mit einer Lebensdauer von bis zu 35 Jahren.

In welchem Zeitraum amortisiert sich eine Photovoltaik-Anlage?

Hier unterscheidet man zwischen energetischer und wirtschaftlicher Amortisation.
Die Energetische Amortisationszeit beschreibt die Zeit, die eine Photovoltaik-Anlage betrieben werden muss, um die zur Herstellung aufgewendete Energie wieder zu erzeugen.
Die Energetische Amortisationszeit hängt ab von der Intensität der Sonneneinstrahlung, dem Wirkungsgrad der Photozellen, sowie dem energetischen Aufwand zur Herstellung der Solarmodule, Montagesystem und Wechselrichter, dem Aufwand für die Installation und Anschluss an das öffentliche Netz. In Süddeutschland beträgt die energetische Amortisationszeit von Photovoltaik-Anlagen mit monokristallinen Solarmodulen etwa 3 Jahre.
Die wirtschaftliche Amortisationszeit beschreibt die Zeit, die eine Photovoltaik-Anlage Erträge erwirtschaften muss, um die Investitionskosten und Betreiberkosten zu neutralisieren. Die wirtschaftliche Amortisation liegt bei etwa 10 Jahren.
Sinkende Preise für Solarmodule verkürzen die wirtschaftliche Amortisation. Andererseits verlängert sich die wirtschaftliche Amortisation durch die Senkung der EEG-Vergütung.

Welche anderen erneuerbaren Energien werden außer Photovoltaik unterstützt?

Die BürgerEnergie Schwaikheim eG ist offen für Projekte von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Wind-, Wasser-, und Biomasseenergie und Geothermie. Darüber hinaus könnten auch innovative Energie-Pilotprojekte (z.B. Speicherung) unterstützt werden, je nach Eignung, Wirtschaftlichkeit und Stand der Technik.

Kann ich mich an speziellen Einzelprojekten der Genossenschaft beteiligen?

Ein spezielles Einzelinvestment in z.B. Winkraftanlagen sieht die Organisationsform unserer Genossenschaft nicht vor. Vielmehr sind Sie, sofern sie genossenschaftliche Anteile gezeichnet haben an allen getätigten Investitionen unserer Genossenschaft gleichermaßen beteiligt.

Von welchen Herstellern kommen die Zellen/Module?

Wir sind nicht auf bestimmte Modul-Hersteller festgelegt, die Produkte müssen allerdings unseren technischen Leitlinien entsprechen.

Benötigt die BürgerEnergie Schwaikheim eG weitere Dachflächen und können Eigenheimbesitzer ihre Dachfläche für die Ausrüstung mit einer PV-Anlage zur Verfügung stellen?

Besitzen Sie geeignete Dachflächen und haben Interesse an einer Zusammenarbeit mit der BürgerEnergie Schwaikheim eG, können Sie sich mit uns gerne in Verbindung setzen (z.B. per eMail an info@buergerenergie-schwaikheim.de).

Welche Eigenschaften muss eine geeignete Dachfläche für den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage aufweisen?

Die Tauglichkeit eines Daches hängt von der Tragfähigkeit, Dachschräge, Ausrichtung und der Verschattung durch andere Gebäude oder Bäume ab.
Das Dach sollte in einem guten baulichen Zustand sein, um eine Dachsanierung über die Laufzeit einer Photovoltaik-Anlage von ca. 30 Jahren zu vermeiden. Es muss über eine ausreichende statische Tragfähigkeit zur Aufnahme der Solarmodule und deren Montagesystem verfügen. Schrägdächer sollten im Idealfall nach Süden ausgerichtet sein, aber auch West- und Ost-Ausrichtungen sind möglich. Die Mindestfläche bei Schrägdächern sollte 120 m² betragen.
Auf Flachdächern können Solarmodule problemlos nach Süden ausgerichtet werden. Damit die Solarmodule sich nicht gegenseitig verschatten, sollte die Mindestfläche ca. 250 m² betragen.
Die Begutachtung vor Ort wird von der BürgerEnergie Schwaikheim eG übernommen.

3. Stromkauf (2)

Strebt die BürgerEnergie Schwaikheim eG eine Zusammenarbeit mit Ökostrom-Anbietern an?

Die BürgerEnergie Schwaikheim eG verfolgt das Ziel, den Genossenschafts-Mitgliedern attraktive Stromtarife anzubieten. Hier sind auch Kooperationen mit Anbietern von Strom aus Erneuerbaren Energien-Anlagen möglich.

Ab wann kann ich meinen Strom von der Genossenschaft beziehen?

Im Moment ist die BürgerEnergie Schwaikheim eG eine reine Erzeuger-Genossenschaft. Die BürgerEnergie Schwaikheim eG verfolgt das Ziel, den Genossenschafts-Mitgliedern attraktive Stromtarife anbieten zu können. Langfristiges Ziel der BürgerEnergie Schwaikheim eG ist die vollständige Deckung des Strombedarfs ihrer Mitglieder.

4. Erneuerbare Energien (3)

Was sind Erneuerbare Energien?

Erneuerbare Energien nutzen die Primärenergiequelle Sonne.
Photovoltaik, Solarkonzentration oder Solarthermie nutzen unmittelbar die Sonneneinstrahlung zur Erzeugung von Strom oder Wärme.
Aus der Sonnenenergie abgeleitete weitere nutzbare erneuerbare Energiequellen sind Wasser, Wind und Biomasse.
Wasserkraftwerke und Windkraftwerke erzeugen Strom aus Wasser bzw. Wind.
Aus Biomasse wird z.B. Biogas hergestellt, die Verbrennung von z.B. Holz oder Biogas in BHKWs erzeugt Wärme und Strom.
Biomasse ist CO2 neutral, da bei der Verrottung oder Verbrennung von Pflanzen nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Luft aufgenommen haben. Werden die abgeernteten Flächen wieder bepflanzt, so schließt sich der CO2-Kreislauf sofort, da die neuen Pflanzen das CO2 der verbrannten Biomasse beim Wachstum wieder aufnehmen.
Alle Kraftwerke haben gemeinsam, dass sie Sonnenenergie als Quelle nutzen, die ständig im Überfluß vorhanden ist.

Warum Erneuerbare Energien?

Für den Einsatz von Erneuerbaren Energien gibt es viele Gründe. Die wichtigsten werden hier genannt.
Fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Erdgas basieren auf organischen Kohlenstoff-Verbindungen. Sie sind über Millionen von Jahren durch die Ablagerung von tierischen und pflanzlichen Überresten entstanden. Auch diese Biomasse hat in ihrer Entstehung CO2 aufgenommen, und der Atmosphäre entzogen. Durch die Einlagerung dieses Kohlenstoffs in Form von Kohle, Öl oder Gas unter der Erde, ist die für den Menschen notwendige heutige CO2-Luft-Konzentration entstanden.
Bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Erdgas wird das eingelagerte Kohlendioxid (CO2) wieder freigesetzt, die Konzentration in der Luft nimmt zu. Die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre ist seit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen mit Beginn der Industrialisierung von 280 ppm auf 380 ppm gestiegen (ppm: parts per million; Teilchen pro Million Teilchen).
Die Zunahme der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre wird für die globale Erderwärmung verantwortlich gemacht.
Fossile Brennstoffe sind endliche Ressourcen und werden bis zum Ende des 21. Jahrhunderts erschöpft sein. Die Ressourcenknappheit führt zu weiter steigenden Preisen in der Energieversorgung.

Der Einsatz von Erneuerbaren Energien

  • trägt zum Klimaschutz bei, da bei der Stromerzeugung kein Kohlendioxid freigesetzt wird, bzw. nur genau soviel, wie im Laufe des Wachstums z.B. eines Baumes direkt wieder gebunden wird (kurzfristiger CO2-Kreislauf).
  • macht uns unabhängig von Öl- und Gasimporten. Mit (direkter und indirekter) Sonnenenergie kann unsere Energieversorgung gesichert werden.
  • stärkt die regionale Wertschöpfung. Unser Geld bleibt in der Region und fließt nicht ins Ausland durch den Einkauf von Öl und Gas.
  • sichert regionale Arbeitsplätze. Deutschland ist Weltmarktführer in Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die dezentralen Anlagen werden von regionalen Mittelständischen Unternehmen installiert und gewartet.
  • verringert die technischen Risiken bei der Stromerzeugung im Vergleich zu Kernkraftwerken und anderen Großkraftwerken.

Warum dezentrale Energieversorgung?

Bei der Stromerzeugung muss die vorhandene Primärenergie, wie Öl, Kohle, Gas, besser genutzt werden, um klimaschädliche CO2 Emissionen zu vermeiden.
Der Wirkungsgrad der Wandlung von Primärenergie zu Strom von konventionellen Großkraftwerken liegt bei ca. 30 %. Die restlichen ca. 70 % der Energie geht als Kraftwerksabwärme verloren, die in Kühltürmen oder Flüssen ungenutzt abgeführt wird.

Weitere erhebliche Verluste entstehen durch die Übertragung im Stromnetz.
Bei einer dezentralen Energieversorgung wird Energie nicht in großen Kraftwerken erzeugt, sondern in vielen kleinen dezentralen Kraftwerken. Auch hier entstehen Energieverluste bei der Stromerzeugung und Übertragung. Diese können jedoch zumindest teilweise genutzt werden. Bei Blockheizkraftwerken (BHKWs) ist der Gesamtwirkungsgrad mit etwa 80 % mehr als doppelt so hoch wie bei Großkraftwerken. Es kann ca. 50 % Brennstoff, und somit auch CO2 eingespart werden. BHKWs erzeugen Strom aus brennbaren Energieträgern, die Abwärme wird zur Heizung und Brauchwassererwärmung verwendet.
Wird Sonnenenergie direkt genutzt (PV oder Solarthermie), so spielen die Verluste keine Rolle, da Sonnenenergie kostenlos und im Überfluss vorhanden ist.

Vorteile einer dezentralen Energieerzeugung:

  • Durch den Ausbau von vielen dezentralen Kraftwerken, kann auf Großkraftwerke verzichtet werden. Der Einsatz von fossilen Brennstoffen kann reduziert werden.
  • Erheblich höhere Effizienz, da die Abwärme nicht an die Umwelt abgeführt wird, sondern sinnvoll zur Gebäudeheizung und für Warmwasser verwendet wird.
  • Wertschöpfung nicht durch wenige Großkonzerne sondern durch viele Kleinanlagenbetreiber.
  • Bei Ausfall eines dezentralen Kraftwerkes fällt nur ein sehr geringer Teil der Gesamtstromversorgung aus.
  • Gebiete, die nicht an ein öffentliches Stromnetz angeschlossen sind, können mit Elektrizität versorgt werden. Dies gilt vor allem für Entwicklungsländer.