Projekt Kinderhaus

Der Weg von der Projektidee zur fertiggestellten Anlage

Im Oktober 2011 lud die Gemeinde zum  „Runden Energietisch“ ein. Ziel war es Energieinteressierte Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch zu bringen und daraus eine Gruppe zu entwickeln, die sich dem Thema Energie in Schwaikheim annehmen sollte.

Bereits bei den ersten Treffen entstand die Idee mehrere Arbeitsgruppen zu gründen. Eine davon mit dem Ziel „durch Schwaikheimer Bürger mehr Energie zu erzeugen, als sie verbrauchen“. Schnell wurde klar, dass mit lokalen Projekten begonnen werden musste, dies aber nicht langfristig nicht ausreichen wird um genügend Strom zu erzeugen. Zu diesem Zeitpunkt erfuhren wir über den Gemeinderat, dass es eine Ausschreibung für das Dach des Kinderhauses in Schwaikheim gibt.

Im Januar 2012 erarbeitete die Arbeitsgruppe eine erste Idee einer Genossenschaft und schrieb die Gemeinde mit der Bitte um einen Gesprächstermin an. Dieser fand dann zeitnah am 08. Februar im Rathaus mit Herrn Bürgermeister Häuser, Herrn Huber und Frau Lässle statt. Der „Runde Energietisch“ war vertreten durch Karl-Heinz Jaworski, Dieter Lindenmaier und Michael Held. Die Gemeinde zeigte sich sehr erfreut über die Entwicklung der Gruppe und bat um ein Angebot für die Pacht des Kinderhauses, welches auch eine Woche später bei der Gemeinde einging. Allerdings überschlugen sich zu diesem Zeitpunkt auch politisch die Ereignisse im Bereich des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das u.a. die Vergütungshöhe für den erzeugten Strom regelt.

Die Planung einer Energiegenossenschaft nahm im Februar ebenfalls Kontur an, so dass die Gemeinde um ein weiteres Gespräch gebeten wurde. Am 14.03.2012 stellte Michael Held im Rathaus die Konzeption der BürgerEnergieSchwaikheim vor und unterbreitete gleichzeitig ein, auf die neuen Voraussetzungen, abgeändertes Pachtangebot. Die Gemeinde gab uns Ende März eine positive Rückmeldung, verwies aber auf die Entscheidung des Gemeinderates, der dann im April noch entschied, das Dach an die BürgerEnergieSchwaikheim zu geben, sofern es einen gemeinsamen Gestattungsvertrag gibt.

Am 17.04. fand dann die Gründung der BürgerEnergieSchwaikheim eG i.G. statt. (lesen Sie dazu den Bericht der Winnender Zeitung vom 24.04.2012″)

Im Mai begannen die Verhandlungen mit der Gemeinde zum Gestattungsvertrag. Ansprechpartner der Gemeinde waren die Herren Obenland und Huber, die durch Herrn Rieker als Berater unterstützt wurden. Erste Entwürfe wurden ausgetauscht und mögliche Knackpunkte gefunden. Nach ersten Annäherungen vereinbarten beide Parteien ein Treffen, das am 13.07. im Rathaus stattfand. Für die BürgerEnergieSchwaikheim nahmen Karl-Heinz Jaworski und Jürgen Rommel als Aufsichtsräte und Michael Held als einer der Vorstände teil. In einem sehr offenen und vertrauensvollen Gespräch wurde der 10-seitige Vertrag detailliert besprochen und Lösungen gefunden, die für beide Seiten akzeptabel und umsetzbar waren. Somit entstand ein gemeinsamer Entwurf, der dann intern mit Herrn Bürgermeister Häuser besprochen wurde. Eine endgültige Einigung fand am 26.07. statt und der Vertrag wurde im August erstellt. Am 11. September wurde der Gestattungsvertrag im Rahmen der Gemeinderatssitzung öffentlich beschlossen. (siehe Bericht vom 12.09.2012)

Direkt nach der Gründung beantragte die BürgerEnergieSchwaikheim eine Einspeisezusage beim örtlichen Netzbetreiber. Diese erhielten wir im Mai 2012, so dass wir mit der Planung der Anlage beginnen konnten.

Die Vorstände Dr. Rainer Schefenacker und Dieter Lindenmaier erarbeiteten eine Ausschreibung die an zahlreiche Firmen ging, die aufgrund von Kontakten und Erfahrungen ausgewählt wurden. Nach dem die ersten Angebote eingingen wurde klar, dass es nur mit einem hohen zeitlichen Aufwand möglich sein würde, die Angebote vergleichbar zu machen. Es folgten zahlreiche Vororttermine um die Anlagenbauer kennenzulernen und das Projekt direkt besprechen zu können. Dabei gab es oft unterschiedliche Aussagen, die dann wieder im Einzelnen geprüft werden mussten. Ebenso gab es einige Gespräche mit den Architekten Maier und Vollmer, sowie dem Bauleiter Herrn Bregler. Dabei wurde versucht die Interessen des Baufortschrittes und die der Entstehung der Photovoltaikanlage unter einen Hut zu bringen.

Dr. Schefenacker erstellte eine Liste anhand derer wir die Vergleichbarkeit der Angebote gut ersehen konnten. Somit waren wir eigentlich im Juni bereits soweit, dass wir in die Endverhandlungen hätten führen können, wenn nicht abermals von Seitens der Regierung eine Novellierung des EEG’s erfolgt wäre. Da wir auch vom Bauzeitenplan nicht vor September beginnen konnten, stellten wir die Vergabe zunächst in den August zurück. Die Hoffnung der BürgerEnergieSchwaikheim war es, dass die Entstehungspreise nach der Absenkung der Vergütung auch geringer werden würden. Die Rechnung ging auf.

Im August war nach einem Vororttermin mit allen Beteiligten klar, dass wir Anfang September mit der Bau der Anlage auf dem Dach des Kinderhauses beginnen mussten, da das Gerüst nur bis zum  11.September zur Verfügung stand. Der Vorstand ließ sich vom Aufsichtsrat legitimieren eine Entscheidung zu Gunsten eines Anlagenbauers treffen zu dürfen.

Nun war Eile gefragt. Die Vorstände klärten mit den verbliebenen 3 Anlagenbauern die offenen Punkte ab. Wichtig war hierbei die kurzfristige Verfügbarkeit der Komponenten wie Module und Wechselrichter, aber auch die Möglichkeit die Umsetzung auf dem Dach zu garantieren. Aufgrund vieler weiterer Details fiel die Wahl des Vorstandes auf die Firma. Abele aus Altdorf.Die Firma Abele wurde am Samstag, 25.08.2012 offiziell durch den Vorstand und den Aufsichtsrat beauftragt den Bau der PV-Anlage durchzuführen.

Bereits am Montag, 04.09. begann der Bau. Vorab einigten sich die Firma Abele und unser technischer Vorstand Dr. Schefenacker über die Verschaltung der Module, die in einem Stringplan erfasst wurden. Ebenso wurde die optimale Auslegung der Wechselrichter diskutiert. Hier stellte sich heraus, dass es sinnvoll ist, statt der bislang 6 geplanten Wechselrichter einen siebten Wechselrichter zu installieren.

Zunächst wurde die Unterkonstruktion auf dem Dach angebracht und die Verkabelung verlegt. Im Anschluss wurden die, mit grossem Aufwand vorsortierten, Module auf dem Dach befestigt. Allein bei der Sortierung, dem sogenanntenMatching waren 4 Verantwortliche der BürgerEnergieSchwaikheim einen halben Tag vor Ort. Dabei galt es sicherzustellen, dass Module mit gleicher Nennleistung in einem String zusammengefasst werden. Durch diese Sortierung können bis zu 2% mehr Ertrag erzielt werden, weshalb sich der Aufwand sicherlich gelohnt hat. Bereits am 5 Tag war das Modulfeld fertiggestellt.

In der letzten Woche im September wurden die Wechselrichter montiert, der Wandlerschrank errichtet und die Anlage komplett fertiggestellt. Ebenso erfolgte die Fertigmeldung beim Energieversorger um die Einspeisevergütung des Monats September zu sichern und die Meldung der Anlage an die Bundesnetzagentur.

Am 15. Oktober 2012 war es endlich soweit. Nach dem Anschluss durch den örtlichen Energieversorger wird ab sofort Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt.

Somit wurde aus der Idee im Dezember 2011 eine PV-Anlage die seit Oktober 2012 Sonnenstrom erzeugt.

Ein herzliches Dankeschön an

  • die Gemeinde Schwaikheim
  • die Architekten und den Bauleiter
  • die Firma Abele für den reibungslosen Ablauf bei der Erstellung der Anlage
  • die Firma Elektro Rommel für die Installierung der benötigten Kabel im Gebäude
  • die Firma Messmer für den kurzfristigen Bau der Wechselrichterwand
  • die vielen Helfern der BürgerEnergieSchwaikheim